Vor einigen Monaten hörte ich zum ersten Mal von „secondlife“ (kurz SL) (http://www.secondlife.com/ ). Ich konnte damals nicht viel damit anfangen. Ich habe es geladen, installiert, mich angemeldet und da mal umgesehen. Konnte mit der schleppenden Grafik und den leeren Räumen, wo unmotiviert Avatare (Figuren im virtuellen Leben -> http://de.wikipedia.org/wiki/Avatar_%28Internet%29 ) rumstanden, nix anfangen und habe es mal links liegen gelassen. Vor einiger Zeit kamen Infos, das IBM, DELL, ADIDAS, EnBW, Axel Springer Verlag und weiter Firmen im SL aktiv werden, sich Filialen bauten und im virtuellen Leben Meetings abhalten. Kurz danach kamen auch News aus der Kunstszene, wo es darum geht die AVATARE als Kunst darzustellen oder auch Künstler, die Ihre Werke hier präsentieren. Jetzt wurde ich nun nochmal neugierig und wollte mich intensiv damit beschäftigen. D.h. ich habe mir unter hunderten von Mails meine Zugangsdaten (Amooti Alder wußte ich noch zum Glück) rausgesucht und mich nach der Installation der aktuellen Software eingeloggt. Das gleiche Bild wie Monate zuvor. Aber nun wollte ich es wissen. Also rein in die neue Welt. Erstmal kann man sein Erscheinungsbild anpassen. Fast völlig frei und mit allen Möglichkeiten. Vamp, Mensch, SiFi Figur, eigenes Abbild schaffen etcetcetc. Ich habe erstmal die einfach Lösung gewählt und mich etwas „hübsch“ gemacht. OK, eine Stunde später war das getan. Was nun? Wohin gehen? WO jemanden finden? Keine Ahnung. Suchen in google hat nicht viel gebracht. D.h. AMAZO.DE und siehe da, es gibt 2 Bücher, die auch empfohlen werden. Second life – the official guide (~27,- € http://www.amazon.de/exec/obidos/asin/047009608X/cyberdaysgallery und secondLife Starterpaket (~8 EUR http://www.amazon.de/exec/obidos/asin/B000MR9YJO/cyberdaysgallery ). Amazon wie immer zuverlässig lieferte mir 2 Tage später die beiden Bücher. Das englische ist eine gute Einführung in das Programm und die Orte. Hier werde ich mich nun mal vertiefen. Das deutsche ist ein Witz. Eine CD mit der Software und ein kleines nichts sagende Heft.

Nun gut. Habe die beiden Bücher mal zur Seite gelegt und mich der Presse zu SL bewegt. Was schreiben die über SL? Lindinger & Schmid (http://www.lindinger-schmid.de/ ) veröffentlichen auf der aktuellen Startseite der KUSTZEITUNG „Jeder Avatar ist ein Künstler“ von dem erfahrenen Onliner Tilman Baumgärtel (http://www.thing.de/tilman/tilman.htm ). Ich war etwas enttäuscht, da er sehr wenig Input lieferte. Mir als Onliner teilte er nichts mit und meinen befreundeten „nicht Onlinern“ sagte der Inhalt auch nix. Also: Ist ein AVATAR ein Künstler? Ich glaube nicht, denn dann ist jeder, der sich da anmeldet ein Künstler und dann haben wir die alte Diskussion: „Was ist Kunst“.Computerbild berichtete über den avastar (http://www.the-avastar.com ), die Zeitung in der virtuellen Welt. Eine Zeitung? Aha. Hier geht es also um das Leben im „zweiten Leben“. Wöchentlicher Klatsch und Tratsch – momentan noch umsonst, bald 150 Linden Dollar. „Linden Dollar“, ja: Secondlife hat ne Währung und die kann man gegen hartes Geld wechseln. Momentan entspricht 1 Linden$ 0,31 US$ und der Wechselkurs (Ja, man kann auch Lindendollar zu echten Geld wechseln) 1 US$=0,003483755…. Linden Dollar. Cooler Wechselkurs JOK. Aber was ist los im SL? Hard Facts:- 4.682,862 Einwohner (hm, ich alleine bin übrigend 2 Einwohner J)- 1.639,252 Einwohner, die sich in den letzten 60 tagen eingeloggt haben- 28.234 Einwohner sind online (ja, ich auch – liegend auf einem Stuhl)- 1.674.518 US$ wurden in den letzten 24 Stunden ausgegeben (hm, wie das?)(Quelle: 16.3.2007, 17:35 Uhr, www.secondlife.com)- Deustche Unternehmen lassen es sich 10.000 bis 200.000 EUR kosten im SL Ihr Unternehmen zu präsentieren, in den USA bis zu 400.000 US$- 459 Personen haben bis Dezember 2006 1.000 US$ Gewinn erwirtschaftet IM SL- 90 Personen verdienten bis 12-2006 5.000 US$ IM SL- 6% der Nutzer geben 149,- € im Monat im SL aus (hm, nur EU Nutzer?)(Quelle: PC Professionell, 4/2007)So, viele Zahlen. Doch wer versteht, wie man 149,- € im virtuellem Leben im Monat ausgeben kann. Hier die Erklärung:- SL Einwohner können Häuser bauen und Grundstücke erwerben- Die AVATARE können sich Kleidung kaufen (z.B. bei Adidas)- Es gibt alle Güter, wie auch im real life. Möbel, Bilder, Kunst….- Einige Firmen bieten den Kauf von Realen Gütern an (Amazon)Ja, und wie kann man Umsatz machen? Klar, wo es Möbel gibt muss es auch Leute geben, die Möbel bauen. Jeder, der möchte und es technisch kann ist in der Lage virtuelle Dinge zu kreieren -> Kleidung, Häuser, Kunst bis hin zu Flugobjekten und irrealen Dingen.Ja, Secondlife ist eine große Spielwiese für Leute die Zeit haben sich da drinnen zu bewegen. Es entspricht eigentlich einem online Computer Spiel wie die SIMS, nur dass es erstmal kostenlos ist und eine reine online Welt darstellt. Auf dem letzten Pangora Kongress (http://kongress2006.pangora.com/ ) wurde davon gesprochen, dass Web2.0 durch Web3D abgelöst wird (Vortrag von Andreas Steinle http://www.manager-magazin.de/life/mode/0,2828,271949,00.html , vom Zukunftsinstitut http://www.zukunftsinstitut.de/ ). Also die Aufhebung der argen Text- und Bilderseiten in mehr Bewegung und 3D Virtualität. In der Hinsicht sehe ich SL als eine interessante Plattform sich das anzusehen. Allerdings mit allen Risiken, die das reale Leben und auch das online surfen mit sich bringen. Betrug, Porn, Werbung gibt es hier natürlich auch aber das große PLUS -> sterben wird man nicht. Also Amooti Alder wird mich definitiv überleben, sofern SL lang genug bestand hält mich zu überleben.PS 1: Ich werde weiter über SL berichten. Sowohl unter dem Cyberday Blog http://www.cyberday.de/blog/ , wenn es um Kunst geht, als auch im „personal Blog“ http://www.simon-huck.de/ wenn es um Allgemeines geht.PS 2: crossposting: Ich habe den Beitrag doppelt eingestellt. Ist vielleicht nicht üblich, aber ich denke es ist einfach für beide Blogs interessant.
Popularity: 11% [?]