Simon’s Notiz-Blog

22 February 2007

Aus dem Tagebuch eines Computer-Neulings

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14. Juli
Liebes Tagebuch. Heute ist ein großer Tag für mich. Ich werde mich
nämlich bei America Online anmelden. Das ist der allerbeste Online-
Service, hab ich in einer Werbebroschüre gelesen. Die schenken mir
sogar eine Gratis-CD! Ich muß diese CD unbedingt aufbewahren,
weil die bestimmt nicht oft sowas verschenken.

18. Juli
Ich kann meinen Computer nicht mit America Online verbinden.
Keine Ahnung, woran es liegt.

19. Juli
Irgendein Heinzi vom technischen Kundendienst sagt mir, daß ich
ein Modem brauche, um mit America Online Kontakt aufzunehmen.
Wozu ein Modem? Der will mich nur verarschen. Glaubt der, ich bin
blöd?

22. Juli
Ich habe das Modem gekauft. Ich weiß nur nicht, wo ich es
reinstecken soll. Es paßt nicht in den Monitor und auch nicht in den
Drucker. Das ist alles sehr kompliziert…

23. Juli
Endlich ist das Modem angeschlossen. Der neunjährige Sohn
unserer Nachbarn war so nett, mir zu helfen. Aber das mit America
Online funktioniert immer noch nicht.

25. Juli
Der Nachbarssohn hat mich mit America Online verbunden. Der
Junge ist sowas von schlau – Wahnsinn. Auf jeden Fall klüger als die
Penner, die mir das Modem verkauft haben. Die haben mir doch
tatsächlich nichts über Kommunikations-Software erzählt. Ich wette,
die wissen gar nicht, was das ist. Und warum haben die zwei
Telefonbuchsen ans Modem gebastelt, wenn man nur eine braucht?
Eine ist mit “Phone” gekennzeichnet und ausgerechnet die darf man
nicht mit dem Telefonanschluß an der Wand verbinden! Die
Modemhersteller sind wirklich bescheuert. Aber mein Nachbarsjunge
hat’s hingekriegt.

26. Juli
Wieso Internet? Ich dachte, ich wäre bei America Online und nicht
bei Internet. Wirklich kompliziert…

27. Juli
Der Nachbarsjunge hat mir gezeigt, wie man mit dem America
Online-Zeugs umgeht. Ich hab ihm gesagt, daß er ein Genie ist. Und
er meinte, im Vergleich zu mir ist er wohl eins. Naja, Kinder sind
halt manchmal übermütig.

28. Juli
Heute gab’s bei den Gesprächsgruppen Schwierigkeiten. Ich habe in
meinen Computer gesprochen, aber keiner hat geantwortet. Morgen
kaufe ich mir einen Verstärker.

29. Juli
Ich bin heute durch Zufall ins “Usenet” geraten. Da bin ich aber
schnell wieder raus, bevor die mich erwischen. Ich bin schließlich
bei America Online und nicht bei Usenet!

30. Juli
Pssst. Ich war heute wieder im Usenet, obwohl ich das ja eigentlich
nicht darf. Viele Leute in diesem Usenet schreiben alles in
Großbuchstaben. Wie machen die das? Mit Sicherheit haben die
eine andere Tastatur.

#!. JULI
ICH HABE MEINEN COMPUTERHÄNDLER ANGERUFEN UND MICH
DARÜBER BESCHWERT; DASS MEIN COMPUTER KEINE
GROSSBUCHSTABEN SCHREIBEN KANN: DER TECHNIKER SAGTE;
DAZU MUSS MAN DIE “CAPS-LOCK-TASTE” DRÜCKEN: ICH HABE
ABER KEINE TASTE; AUF DER “CAPS LOCK” STEHT: ICH HABE IHM
GESAGT; DASS ICH EINE BESSERE TASTATUR HABEN WILL: AN
MEINER FEHLT DIE CAPS-LOCK-TASTE; DIE RECHTE GROSSMACH-
TASTE IST GRÖSSER ALS DIE LINKE; UND WER WEISS; WAS AN
DEM DING SONST NOCH KAPUTT IST: ER SAGTE; DAS WÄRE EINE
STANDARD-TASTATUR: DARAUF SAGTE ICH; DASS ICH DANN
KEINE TASTAUR VON STANDARD HABEN WILL; SONDERN EINE VON
EINER ANDEREN FIRMA: MEINE BESCHWERDE MUSS MÄCHTIGEN
EINDRUCK AUF IHN GEMACHT HABEN: ER HAT SOGAR SEINE
KOLLEGEN GEBETEN; UNSEREM TELEFONGESPRÄCH ZUZUHÖREN:

1. August
Wozu ist eine “Caps-Lock-Taste” gut, wenn man sie nicht benutzen
kann? Wahrscheinlich wieder so ein Extra, für das man viel Geld
bezahlen muß, wenn man es benutzen will.

2. August
Heute habe ich “Usenet.Oracle” gefunden. Dieses Orakel behauptet,
daß es alle Fragen innerhalb eines Tages beantworten kann. Ich
habe ihm erstmal 44 Fragen zum Internet gestellt. – Ich kann die
Antwort kaum erwarten.

3. August
Ich habe im Usenet die Gruppe “rec.humor” gefunden. Alles voller
Witze – sowas von witzig. Dann wollte ich meinen Lieblingswitz
senden über die Blondine, die nur enge Röcke trägt, damit die Beine
nicht immer auseinandergehen! HAHAHA! – Ich war mir nicht sicher,
ob beim Senden alles geklappt hat. Um ganz sicher zu gehen, habe
ich diesen Witz 56 Mal gesendet.

4. August
Immer wieder höre ich was vom “World Wide Web”. Was das wohl
ist?

5. August
Das Orakel von Usenet hat heute reagiert. Aber statt auch nur eine
vernünftige Antwort auf meine 44 Fragen zu senden, hat es mich
nur beschimpft. Ich war so wütend, daß ich eine gepfefferte
Nachricht an “rec.humor.oracle” gesendet habe. Irgendwas ging
leider schief, und so mußte ich die Nachricht 22 mal senden.

6. August
Jemand hat mir geschrieben, ich sollte mich mal mit “FAQ”
befassen. Warum müssen die immer gleich so ordinär werden?

7. August
Irgendein hirnrissiger Schwachkopf hat mir geschrieben, ich soll in
meinen Nachrichten keine Kraftausdrücke verwenden. Hab ich
jemals das Wort Hantel oder Bodybuilding benutzt? Wieso lassen die
Penner von America Online solche abgefuckten Arschlöcher ins
Internet?

8. August
Meine Signatur-Datei wird immer besser. Sie ist allerdings erst 6
Seiten lang. Ich muß wohl noch etwas daran arbeiten.

9. August
Ich bin ja so aufgeregt. Ich habe heute eine Nachricht gelesen, wo
man in einer Woche 100.000 Dollar verdienen kann. Dazu muß man
nur die Nachricht in eine andere Gruppe senden, seinen Namen
dazuschreiben und an irgendjemanden 5 Dollar schicken. Mann,
werde ich eine Kohle machen! Ich habe nämlich die Nachricht nicht
nur in eine oder zwei Gruppen gesendet, sondern in alle 23000.
außerdem habe ich nicht 5, sondern gleich 50 Dollar geschickt.
Jippie, ich bin Millionär! Das macht mir so schnell keiner nach!

10. August
Was es alles gibt! Ich habe gerade eine Newsgruppe mit dem
Namen “alt.aol.sucks” gefunden. Sehr interessant. Ich habe ein paar
Nachrichten gelesen und bin auch der Meinung, daß AOL der letzte
Scheiß ist und verboten werden sollte. Jetzt muß ich nur noch
herausfinden, was ein “AOL” ist.

11. August
Ich habe jemanden gefragt, wo ich Informationen über meinen
Computer bekommen kann. Er sagte mir, ich sollte es mal bei
“FTP.NETCOM.COM” versuchen. Ich habe gesucht und gesucht, aber
diese Newsgruppe konnte ich nicht finden.

12. August
Ich habe an alle Newsgruppen eine Anfrage gesendet, um
herauszubekommen, wo ich “FTP.NETCOM.COM” finde. Hoffentlich
hilft mir jemand. Den Nachbarsjungen kann ich leider nicht fragen.
Seine Eltern sagen, daß er nicht mehr zu mir kommen darf, denn
immer wenn er bei mir war, muß er so sehr lachen, daß er nicht
mehr Essen oder die Schularbeiten machen kann. Ich habe eben
viel Sinn für Humor. Allerdings weiß ich nicht, warum die
“REC.HUMOR”-Gruppe meinen Blondinenwitz nicht mochte.
Wahrscheinlich mögen die nur versaute Witze.

13. August
Heute mußte ich meine Anfrage noch einmal an alle Newsgruppen
senden, weil ich meine Signatur-Datei vergessen hatte. Sie ist jetzt
zwar immerhin acht Seiten lang, trotzdem habe ich noch mein
Lieblingsgedicht angehängt. Das sieht nicht nur eindrucksvoller aus,
sondern es ist außerdem auch für jeden interessant. Vielleicht
hänge ich ja das nächste Mal die Kurzgeschichte an, die ich immer
so gern vor dem Einschlafen lese.

14. August
Die 100.000 Dollar sind noch nicht auf meinem Konto eingegangen.
Keiner hat mir das versprochene Geld überwiesen. Ich werde die
Nachricht einfach nochmal in alle Newsgruppen senden. Nicht nur
einmal, sondern gleich zehnmal; dann muß es klappen. Wenn dann
nichts passiert, werde ich einen Rechtsanwalt einschalten.

15. August
Irgendjemand hat mir mitgeteilt, daß er meinen Zugang sperrt, weil
ich mich falsch verhalten habe. Welchen “Zugang” meint dieser
Idiot? Egal! Soll er es ruhig versuchen! Haustür, Keller, Dachboden,
Garage – ich hab für alles einen Zweitschlüssel. Man muß eben
schlau sein.

16. August
Hier stimmt was nicht. Ich kann keinen Kontakt mit America Online
aufnehmen. Mal sehen, woran es liegt. Ich werde zuerst den Monitor
untersuchen. Jemand hat mir mal gesagt, daß das sehr gefährlich
ist, weil im Monitor 20.000 Volt sind. So ein Quatsch! Aus der
Steckdose kommen nur 230 Volt, wie können dann im Monitor
20.000 Volt sein? Bin ich nur von Idioten umgeben? Ich schraub das
Ding einfach auf und seh mal rein. Danach schreibe ich weiter……….

(gefunden in einem Mail vom 28.7.1999 aus der __N E T W O R K E R List)

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Schatten von Jon Fosse

Filed under: by the way — Simon Huck @ 14:05 - Tags: none

Lange war ich nicht mehr im Theater. Dafür aber vorgestern in “Schatten” von Jon Fosse in den Münchner Kammerspielen.

Hier Der Handzettel als Einleitung von den Kamerspielen:

Mit: Brigitte Hobmeier, Hans Kremer, Lena Lauzemis, Christoph Luser, Hildegard Schmahl, Edmund Telgenkämper

 

Bühne: Laurent Chétouane/Marie Holzer

Kostüme: Imke Schlegel

Musik: Lenard Schmidthals

Licht: Stephan Mariani

Dramaturgie: Björn Bicker

 

Deutschsprachige Erstaufführung am 20. Oktober 2006

 

Wenn bürgerliche Menschen plötzlich nicht mehr wissen, wo sie sind, dann sind sie entweder tot, oder Jon Fosse hat sie ins Reich der Schatten geschickt. Aber was ist das Reich der Schatten? Ist es der Himmel? Ist es die Hölle? Ist es das immerwährende Dazwischen? In Fosses neuestem Stück kommt das bürgerliche Theater in der skandinavischen Folge Strindbergs und Ibsens ganz zu sich selbst und löst sich gleichzeitig auf, weil es sich selbst den Raum entzieht, den es darstellen will. Die bürgerliche Wohn- und Lebenswelt wird zu einem nicht zu fassenden Schattenreich. Das Personal sind die Archetypen bürgerlichen Lebens, sind wir selbst. Vater, Mutter, Der Mann, Der Freund, Das Mädchen, Die Frau. Sie zelebrieren das Familientreffen einer Geistersippe. Niemand hat Orientierung in diesem Schattenreich, aber alle kennen sich, erkennen sich wieder, und vor allem: sie erinnern sich aneinander. An die Beziehungen, die Liebschaften, die Verletzungen, die Trennungen, die Enttäuschungen, die Ängste, die so ein Leben jenseits von Orientierung durch Moral, Religion oder Politik mit sich bringt. Kunstvoll lässt Fosse seine Figuren, Schatten gleich, in stetig wechselnden Konstellationen aufeinandertreffen, miteinander verschwimmen. Sein Stück ist eine Séance, eine Recherche im Archiv bürgerlicher Empfindung.

 

Jon Fosse, 1959 in der norwegischen Küstenstadt Haugesund geboren, lebt seit Mitte der neunziger Jahre als freier Schriftsteller. Er ist Autor zahlreicher Theaterstücke. Sein Roman “Melancholia” hat ihm große internationale Anerkennung eingebracht. Fosse ist nach Ibsen der wichtigste und erfolgreichste Dramatiker Norwegens. An den Münchner Kammerspielen waren bisher seine Stücke “Traum im Herbst”, “Da kommt noch wer” und “Winter” zu sehen.”

 

Das Stück ist sehr interessant und spiegelt die Psyche der Menschen in verschiedenen Rollen wieder. Die Schauspieler bringen das teilweise sehr gut rüber. Allerdings sind die vielen Wiederholungen wie “Ich hab Angst”, “Wo bin ich”, “Warum bin ich hier” sehr ermüdent und lassen die 2 Stunden nonstop einem sehr lange vorkommen. Allgemein wird alles auf sehr langsam gemacht. Sehr artikuliertes Sprechen, viele lange Pausen. Aber man wird zumindest in den mitte sehr gefesselt. Zum Ende hin leerte sich der Zuschauerraum beachtlich. Die Schauspieler, welche das Publikum eh stark mit Ihren Blicken einzufangen versuchte, tolerierte dies auch entsprechend. Nicht desto trotz brachte das aber eine ungewollte Komik in das Stück und machte die gewollte Ruhe zunichte. Zuletzt waren auch im Abspann viele Buhrufe, was m.E. den Schauspielern gegenüber nicht fair war. Es war die Dramaturgie und Regie von Bicker/Chétouane welche einfach nicht überzeugend war. Ebenso das Bühnenbild von Holzer/Chétouane konnte nich überzeugen. Ein schwarzen offenen Bühnenraum mit einer nachgebildeten Autobahn. Hm. Fand ich jetzt nicht sehr treffend und auch optisch nicht gelungen.

 

Resume:

Wegen dem Stück sehenswert (gibt es aber auch zum lesen beim Rowohlt Verlag (http://www.rowohlt-theaterverlag.de/sixcms/detail.php?id=616692&sv[herren]=&sv[damen]=&sv[rel_genre]=&sv[vt]=&sv[frei]=&skip== -> nicht bei Amazon gefunden), aber man soll sich viel Ruhe und Entspannung mitbringen. Also schwere Kost für nicht jeden Tag. Direkt empfehlen würde ich es jetzt nur echten Theaterfreunden und Experimentierfreudigen. 

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monopoly

Filed under: by the way — Simon Huck @ 7:30 - Tags: none

Achja, hattet Ihr auch in der Kindheit lange Monopoly Nächte? Im Netzt lebt es ja vielleicht wieder auf.
Wußtet Ihr, dass Monopoly seit 1930 existiert und es 1936 von Göbbels verboten wurde? (http://de.wikipedia.org/wiki/Monopoly )

Wählt hier doch mal für die Aufnahme Münchens in das deutsche Monooly. Kann doch nicht sein, dass Augsburg vor München steht?!?! http://www.monopolywahl.de/view=home
Monopoly online spielen -> http://www.monopolylive.com/ yeah

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That’s Business

Filed under: gefundenes — Simon Huck @ 7:22 - Tags: none

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14 February 2007

simon-huck.de down

Filed under: Seite down — Simon Huck @ 20:44 - Tags: none

Ich sags ja nur ungerne – aber diesmal wurde ich lahm gelegt. Das ist Opensource :(

Aber auch erwähnenswert: “This Site is Hacked By Shafiq-Ur-rehamn”

Werde dann hier mal doch das update einspielen müssen. Mal sehn, wann sie die wieder lahm legen….

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